Stell dir vor, du erfährst: Du hast noch 10 Tage zum Leben. Könntest du zufrieden gehen?
Diese Frage bewegte mich 1995 dazu, aus dem fremdbestimmten Weg des Ingenieurs auszusteigen.
Ich begriff mein Leben als ein Geschenk. Und je älter ich wurde, um so mehr verstand ich:
LEBEN ist ein Wunder, das Wunder überhaupt.
Was meine ich? Betrachte deine Hände, deinen Körper, deine Gedanken ... sie bestehen aus Atomen,
wie dieser Bildschirm, wie dein Tisch ... und doch sind sie anders - lebendig.
UND wir wissen nicht, was LEBEN ist! Entdecke es, entdecke Dich!
Triff Entscheidungen für Dein Leben, für Deine Kraft und Lebendigkeit, für Deine Liebe!

Das Männliche ist lebensspendend ... Leben entsteht aus der Vereinigung zweier kleiner Zellen, der Samen- und der Eizelle.
Männliches und Weibliches ergänzen sich - nur zusammen können sie Leben schaffen, erhalten und entwickeln.

Nimm Dir Deine Würde - zurück - oder nimm sie Dir zum ersten Mal ...

„Mein lieber Sohn, es ist gut, dass Du Dich hast scheiden lassen. Nun gehörst Du wieder mir!“ schrieb eine Mutter an ihren 34-jährigen Sohn.

Ein Mann wohnt als Junge im Arbeitszimmer seiner Mutter oder anders herum, seine Mutter arbeitet in seinem Zimmer. Mit den Bildern aus dem Eisenhans gesprochen: Nicht der Schlüssel liegt unter dem Kopfkissen seiner Mutter, sondern der ganze Sohn.

Ich arbeitete auch mit Jungen, die mit 12, 13 Jahren begannen, tätlich gegen ihre Mutter zu werden. Doch vorher waren sie schon zu grenzenlosen Herren herangezogen worden, denen fast alles erlaubt worden war, sie waren kleine Tyrannen geworden.

  Als Familienhelfer arbeitete ich mit Jungen, denen ADHS bescheinigt worden war. Die Jungen hatten tatsächlich ein Aufmerksamkeitsdefizit: Ihre Väter spielten in ihrem Leben keine Rolle, höchstens als der „Böse“ in den erzählten Geschichten, und auch für die Mütter waren sie eher eine Belastung. Einer war das sogenannte „fünfte Rad am Wagen“ – er holte sich seine Aufmerksamkeit dadurch, dass er innerhalb von Sekunden das Büro eines Kindertreffs verwüsten konnte.
Als ich mit ihm arbeitete, erzählte er folgende Geschichte:
•  Ich habe mir mal in einem Bach die Füße aufgeschnitten. ... ich bin 5 Millimeter reingegangen und dann fiel eine große Scherbe von oben runter und hat mein Herz getroffen, blieb in meinem Herzen stecken. Ich habe sie dann rausgenommen und es wieder zugenäht. - •  Es tat wohl weh? - •  Ja.
•  Dann kam mal ein Stein geflogen, auch er hat mich am Herz getroffen, und die Wunde wieder aufgerissen, ich habe dann mit einer Hand alles zugehalten und es zugenäht. Dann habe ich die Nadel abgeschnitten. Und dann kamen wieder Steine und haben es wieder aufgerissen. - •  Es kamen wohl schon viele Steine geflogen?
• Ja, fünf mal am Tag.

Die Herausforderungen (download als PDF)

Mann und Frau verbindet die Liebe, seit Jahrhunderten, seit Jahrtausenden. Sie ist der "Treibstoff" für Erotik und Sexualität, für Musik, Kunst, Tanz ... die Freude am Leben ... doch diese wird durch alltäglich Konflikte und massive Verwirrungen in den Geschlechterrollen immer mehr eingeschränkt, überdeckt und verhindert. Und vieles davon wirkt in den Menschen unbewußt.

Um die Liebe zu erhalten, dürfen Menschen bewußter, wachsamer und achtsamer hinschauen: in Ihre Liebesbeziehungen und ihren Alltag.
In der Geschlechterdiskussion bewegen wir uns durchaus in einem Minenfeld. Es ist ein Feld voller Verletzungen, Verzerrungen, unbewußter und bewußter Schuldzuweisungen, politischer Entscheidungen, geschichtlicher und kultureller Veränderungen, Manipulationen und so weiter und so fort, die aber alle schlussendlich wieder auf der privaten Ebene und in den Familien landen.

Und Mann und Frau dürfen sich immer wieder neu entscheiden, ob sie weiterhin neue Minen legen wollen oder sich für einen Frieden und Lebendigkeit einsetzen. Ich möchte gern den Friedensweg unterstützen, der Liebe wieder ihren Raum geben und Liebe ist nicht rosarot. Sie fordert heraus, sie schmeißt uns aus Komfortzonen, sie will, das wir uns entwickeln.

Und ich möchte mit diesem Workshop den Blick auf "Mann-Sein" schärfen und bewußter machen, Hintergrundinformationen bieten und zu Gesprächen und Nachdenken einladen.

Es existieren viele verzerrte Meinungen und Bilder zum Mann-Sein, zu Männlichkeit.(s.unten)

Eine Studie der BzgA von 1998 "Kompetent, authentisch und normal" kam zu einer Kernaussage: männliches Verhalten, Konfliktlöseverhalten von Jungen und Männern wird oft negativ gesehen, schon Jungen erleben es in der Schule, im Kindergarten.

Männerbilder dürfen und müssen überdacht werden Alte, oft unbewußte Erfahrungen aus den Kriegen, doch auch durchaus selbst erlebte Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlungen von Männern und Frauen erzeugen pauschalisierende und generalisierende Urteile, an denen dann auch schon Jungen gemessen und beurteilt werden und durchaus scheitern. In meiner langen Zeit als Männer- und Sozialarbeiter sind mir viele Jungen und Männer begegnet, die selbst unsicher sind, die sich mit den alten machohaften Bilder nicht identifizieren wollen. Sie haben zum Teil selbst Gewalt erfahren, andere Lebensvisionen und irren ziellos auf der Suche nach sich selbst herum. Ihnen fehlen akzeptierte, lebendige, männliche Vorbilder.

Das Patriarchat wird bemüht und verurteilt. Diese Sichtweise wurde aus dem römischen Recht übernommen. Doch dabei wird nur ein Aspekt betrachtet, der bestimmende Teil, der möglicherweise despotische Teil. Doch der Patriarch hatte auch eine vollumfassende Versorgungsaufgabe für das "Haus" und dazu gehörten neben der eigenen Familie auch Diener und Sklaven.

Vor kurzem kam mir die Erkenntnis, dass Frau etwas "Heiliges" ist - sie gebiert Leben - auch Männer sind in diesem Sinn heilig, auch wir erschaffen neues Leben. Wann und wieso ist dieses Erkennen verschwunden? Wir haben uns aus dem Paradies geworfen und tun es immer noch UND wir dürfen zurückkehren.

Gleichstellungsthemen unterscheiden auch die Lebenswelten in Ost und West.
In der alten Bundesrepublik wurden die Gleichstellungsgesetze erst nach langem Kampf in den 70er Jahren eingeführt. Bis dahin mußte die Ehefrau z.B. die Unterschrift des Ehemannes vorlegen, wenn sie selbst arbeiten gehen wollte. Eine andere, durchaus gruselige Tradition wurde fortgeführt: So war in der nazionalsozialistischen Zeit ein Erziehungsratgeber herausgegeben worden: "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" - dieses Buch wurde in der alten Bundesrepublik bis Mitte der 80er Jahre unter dem Titel "Die Mutter und ihr erstes Kind" weiter verlegt. In der DDR waren die Gleichstellung von Mann und Frau, mit allen dahinterliegenden Unwuchten, seit 1949 Alltag.

Wer hat mehr Macht? Eine Frau, die den Haushalt führt und Kinder großzieht oder ein Banker, ein Politiker?

Jungen wachsen in "Frauenräumen" auf: Mutter, Erzieherinnen in Krippe und Kindergarten, Grundschullehrerinnen. Sie erleben möglicherweise erst mit 10 oder 11 Jahren, mit dem Eintritt in Ober- und Mittelschulen oder Gymnasien einen Mann. In den Jungen wollen Männer ins Leben treten und dazu brauchen sie lebendige männliche Vorbilder.

In der deutschen Sprache ist die Gleichsetzung von "männlich" und "weiblich" als Geschlechtsbezeichnung einerseits und als Persönlichkeitsanteile andererseits verwirrend. Männer und Frauen brauchen "männliche" und "weibliche" Anteile für ein ausgewogenes Alltagsleben. Sinnvoller sind an dieser Stelle Begriffspaare wie Eros/ Logos und anima/animus.

Väter sind abwesend, auch tagtäglich arbeitende Väter fehlen im Alltag der Jungen. Und im Alltag wird Leben gelernt. Menschen brauchen lebendige Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Der Alltag von Jungen und Mädchen wird durch Frauen bestimmt und in dieser Welt prallen Weltbilder und Geschlechterrollen aufeinander und immer wieder stellt sich die MACHT-Frage. Wie wird sie im Alltag beantwortet und gelöst?

In meiner Arbeit in Schulen habe ich oft erlebt, dass sich Jungen anders verhalten, friedlicher, kommunikativer, wenn sie unter sich sind. Kommen die Mädchen hinzu, verändern sie sich in Sekundenschnelle. Sie beginnen zu balzen und sich zu zeigen ... als Stiere, Hirsche, Pfauen ... das ist allerdings der Normalfall in den Schulen, daraus resultieren auch Konflikte mit den Lehrerinnen.

Generationen von Männern haben geschwiegen und wurden dafür verurteilt. Niemand sah, das diese Männer nicht reden konnten: die Erfahrungen aus Kriegen und Gefangenschaft saßen zu tief. Das Schweigen gaben sie an ihre Söhne weiter. Männern wird Homophobie vorgeworfen - weshalb?

In der langen Geschichte der Menschheit gab es klare Initiationsrituale, in denen die Jungen aus dem Mutterkreis herausgerissen wurden - sie mußten im Männer"land" ankommen - als Jäger, Krieger oder auch Handwerker zogen sie auf die Walze.
Hänschen-Klein gibt es auch in einer anderen Form, als in dem bekannten Lied. Es drückt die lebensnahe Lösung aus. Und es entstehen wieder neue Formen von Initiationsritualen.

Stichwort "Muttersöhne": Von den ledigen Männern, die älter als 27 Jahre sind, leben 30% bei ihren Müttern. Und ich behaupte, das weitere 30%, die in Beziehungen leben, immer noch mit ihren Müttern verbunden sind. Das sind nur selten nährende Hotels "Mama" - oft sind es Konfliktherde von Alkoholismus, häuslicher Gewalt und gebannten Lebenswegen. Diese gebannten Energien entladen sich oft in Wut- und Trauerreaktionen, in Fremd- und Selbstaggression. Diese Abhängigkeiten zu den Müttern führen auch dazu, dass Männer und Väter nicht in ihren Liebesbeziehungen zu Frau und Kindern ankommen können. Sie zerreißen innerlich. Ein poetischer Text dazu findet sich hier.

Diese Abhängigkeitsbeziehungen entstehen schon sehr früh, wenn Väter ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, Mütter Verantwortung abgeben, wenn die Jungen in den Familiensystemen auf die Plätz der Männer und Väter rücken können und dürfen. Dann erfüllt sich ein Traum für die Jungen: die Mutter wird ihre Geliebte. Doch es ist ein überforderndes Spiel: Die Jungen werden in ihrem Kindsein nicht satt und können die Bedürfnisse der Mutter nicht erfüllen. Das macht sie dann hilflos und wütend und diese Gefühle tragen sie als erwachsene Männer noch in die Mann-Frau-Beziehung.

Viele Männer, die in dieser Gesellschaft leben, sind durch das Handeln von Müttern und das Nichthandeln, die reale Abwesenheit von Vätern herangewachsen. Und alles ist menschheitsgeschichtlich neu, erst etwa 150 Jahre alt. Die industrielle Revolution ließ extensive Lebensformen zerbrechen und brachte Menschen in die intensiven und lebenfernen Arbeitsformen der Maschinen. Dresden wuchs in der Zeit von 1850 - 1890 von 95.000 auf 270.000 Einwohner. Die großen Kriege fraßen Männergenerationen, Scheidungen lassen Familien zerbrechen und hinterlassen traumatisierte Kinder, die Erwachsen werden und wieder Kinder haben ... Digitalisierte Welten tun ihr übriges.
Feministische Bestrebungen schießen inzwischen über ihre Ziele hinaus. Männer wurden als Feindbilder ausgemacht und die gemeinschaftsfördernden Anteile von Frauen, wie Kinder gebären, erziehen und begleiten werden weiterhin abgewertet. Hier liegt die "Falle des Feminismus". In der Betrachtung der Geschlechterrollen wird oft übersehen, welche Chancen für eine menschliche Entwicklung in der Begleitung von Kinder steckt. Kinder bringen ihren Eltern und Begleitern immer wieder das Leben nahe. Sie konfrontieren sie mit ihrer Lebendigkeit, mit ihrem neuen Sein. Mit Kindern kann mensch Wundern lernen, die Welt wieder entdecken lernen. Das beinhaltet auch große Herausforderungen und Konflikte im Alltag. Kinder schaffen es mit sehr genauer Sicherheit, wunde Punkte der Eltern zu berühren und fordern damit zu Entwicklung heraus. Diese Situationen werden dann überfordernd, wenn Mütter oder Väter allein sind und oft fehlen familiäre Unterstützungsfelder. Menschen ziehen der Arbeit hinterher, Großeltern arbeiten selbst noch, Familien sind Flickenteppiche ...

Das Streben von Frauen nach Machtpositionen in der Politik oder der Wirtschaft hat durchaus negative Aspekte, weil Frauen dabei übersehen, welche Verluste und Verzichte Männer für diese Machtpositionen in Kauf nehmen müssen, wieviel Lebendigkeit sie zurück lassen und "Heilsvorstellungen", das Frauen positive Wunder vollbringen, die Politik oder die Wirtschaft menschlicher machen, diese dürfen wir aus eigener Anschauung und eigenem Erleben gern in Frage stellen. Wenn eine Frau in führenden Positionen ankommen will, muss sie oft männlicher sein als Mann.

Als Anti-Gewalt-Trainer machte ich folgende Erfahrung: In der Entwicklung von Jungen zum Mann gibt es "Roten Phasen" der Wut und des Kräftemessens, der Selbstfindung und Ablösung. Damit kann unsere Gesellschaft oft schlecht umgehen. Jungen und Männer sollen ihren Mann stehen und sich durchsetzen, Frauen begehren immer noch eher den Beschützer und Jäger und gleichzeitig werden die Jungen für diese Formen ihres Verhaltens bestraft ... Unsere Gesellschaft akzeptiert in oft unbewußter Weise die Gewalthandlungen gegen Jungen und Männer, auch die Gewalt von Jungen gegen Jungen und Männer gegen Männer. 60% aller Opfer von körperlicher Gewalt sind Jungen und Männer, auch 60% der Täter sind Männer. Gerade in den Altersgruppen von 14 - 17 Jahren sind die Zahlen besonders hoch und in bestimmten Bereichen sind es hauptsächlich junge Männer, die Gewalt erfahren. Zum Beispiel bei Misshandlungen gegen Kinder, Körperverletzungen auf Strassen und Wegen, auch schwere Körperverletzungen. In diesem Bereich bewegen wir uns ohnehin in einer großen Grauzone, weil Jungen und Männer diese Gewalthandlungen ebenfalls als normal betrachten und sie erheblich weniger zur Anzeige kommen, als es bei Mädchen und Frauen der Fall ist.
In Dresden wurde Ende der 90er Jahre eine Arbeitsgruppe gebildet, weil ein Pädophilenring aufgeflogen war, der über 60 Jungen missbrauchte und kaum jemand war in der Lage, adäquat mit diesen Opfersituationen umzugehen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die Betrachtung von körperlicher und insbesondere seelischer Gewalt, die von Frauen ausgeht. Hier ist diese Gesellschaft besonders blind. Wenn eine Frau einen Mann öffentlich beschimpft oder angreift, stehen die Betrachter oft lächelnd daneben und schauen zu. Die Situation verändert sich "schlagartig" wenn der Mann angreift, sich möglicherweise verteidigt, dann wird der Mann festgehalten und bestraft.

Seit 2017 gibt es in Dresden und Chemnitz Männerschutzwohnungne, die auf diese Bedürfnisse reagieren. Das drückt sich auch in einem sehr selektiven Wahrnehmen aus: Frauen werden pauschal als Opfer wahrgenommen, Männer als Täter. Das Selbe geschieht im Jungen/Mädchen-Kontext. Jungen werden in ihre Opfererfahrung, ihre Opferposition durch häusliche Gewalt, Scheidung der Eltern ... Tod eines Elternteils etc. schlecht wahrgenommen - sie werden selten in ihrem Schmerz, in ihrer Trauer abgeholt. Das ändert sich erst, wenn sie dann selbst gewalttätig werden, wenn sie dieses als Ventil finden. Kinder brauchen Aufmerksamkeit wie die tägliche Luft zum Atmen und sie sind sehr einfallsreich, um diese zu erlangen. Es gibt dabei kein gut oder schlecht ... ADHS ist eine "Krankheit" die zu 70-80% bei Jungen diagnostiziert wird - sie haben ein Aufmerksamkeits-Defizit ... sie erhalten zu wenig positive Aufmerksamkeit, sprich liebevolle, wertschätzende Zuwendung. Die Worte drücken sehr gut auch direkte körperliche Signale aus.

Wenn Jungen in Würde und emphatisch konfrontiert heranwachsen können, begegnen sie auch anderen Wesen würdevoll. Schlussendlich dürfen Männer sich wieder neu finden, sich ihren Wurzeln und Visionen bewußt werden ... und dazu braucht es Mut und eine gute Portion Verrückheit. Willkommen!

 

Seminarkosten: 300-400 Euro (je nach Vermögen und eigener Einschätzung)
Bitte eigenverantwortlich um Übernachtung kümmern.
Zu Verpflegung, mitzubringenden Utensilien etc. gibt es konkrete Informationen im Teilnehmerbrief
Fragen und Antworten über: 0351 / 406 14 55 oder 0176 / 641 44 532

weitere Informationen oder Anmeldung über sound(@)ole-bildermensch.de