Söhne und Mütter
Werbung in einem Bus
von Meissen nach Riesa

Parival reitet in die Welt

 

Im Familienbericht der Bundesregierung von 1998 tauchte eine Zahl auf: 30% aller ledigen Männer über 30 Jahren leben bei ihren alleinerziehenden Müttern. Diese Zahl habe ich viele Jahre überprüft und sie hat sich nicht verändert.
Diese Beziehungen enthalten ein hohes Konflikt- und Gewaltpotential: Gewalt nach innen und außen, also Selbstverletzung, Alkoholismus und häusliche Gewalt. Lebensprozesse werden gebannt, Lebensflüsse umgekehrt: Söhne treten an die Stelle der Väter und Männer ... Als Einzelfallhelfer habe ich immer wieder mit Jungen gearbeitet, die mit 12, 13 Jahren gegen die Mütter gewalttätig wurden - doch sie erhielten schon vorher einen Freibrief der Mutter.

Diese Wut sucht sich auch andere Wege, um sich zu öffentlich zu zeigen

Männer, die noch tief mit ihren Müttern verbunden sind, kommen nicht bei ihren Frauen und Familien an. Die Mütter nicht bei ihren Männern. Und diese Verbindungen sind sehr fein und tief gesponnen. Jahrtausende lang wurden in der Welt Initiationsrituale zelebriert, um diese Fäden zu trennen. Gründe sind komplex und sind insbesondere in den massiven sozialen Veränderungen der letzten 150 Jahre zu finden: industrielle Revolution, wahnsinnige Kriege und Diktaturen ... Auflösung von Männer- und Frauenrollen

Parzival wird von seiner Mutter im Wald erzogen, sie hat die Nase voll von Männern, die sich Totstechen lassen ... so wird ihr "mon fils, cher fils, bon fils" ein Einfaltspinsel, der eine Herzogin missbraucht, der einen König um dessen Rüstung tötet, sein Mitgefühl nicht ausdrücken, sein Erbarmen nicht zeigen kann... Doch Parzival hat das Herz an der rechten Stelle und so richtet er alles zum Guten und sühnt es auch...